LTO Young Professionals Survey 2016

Hinweis: Der Umfragezeitraum ist beendet. Die Ergebnisse findet Ihr in Kürze hier.

Die Ergebnisse der LTO Young Professionals Survey 2015

Insgesamt 2.970 Referendare, Jura-Studenten und Absolventen haben sich in der LTO Young Professionals Survey 2015 ausführlich zu Themen wie Work-Life-Balance, Karriereziele und soziale Verantwortung geäußert. Gemessen an der Teilnehmerzahl ist die LTO-Umfrage somit die größte in dieser Zielgruppe.

An dieser Stelle finden Sie die Ergebnisse: Welchen Karriereweg streben der juristische Nachwuchs an? Welche Arbeitgeber sind die atrraktivsten? Wie viel möchten die Umfrageteilnehmer verdienen und welche Werte sind ihnen wichtiger als das Gehalt? In welche Städte zieht es sie? Scrollen Sie sich durch Antworten auf insgesamt 35 Fragen.

LTO hat die Beantwortungen der Umfrage im Zeitraum von April 2014 bis März 2015 bei Bewerbermessen, Einzelgesprächsevents (IQB & myjobfair) in ganz Deutschland und einer Online-Befragung gesammelt.

 

 

Frage 1: Beruflicher bzw. Ausbildungsstatus

Die Teilnehmer an unserer Umfrage teilten sich in gut 70% Studenten, 20% Referendare und fast 10% junge Volljuristen.

Frage 2: Geschlecht

Anhaltender Trend: Aktuell drängen mehr weibliche als männliche Juristen auf den Markt. Dies spiegelt sich auch in unserer Umfrage wieder, an der rund 57% Frauen teilgenommen haben.

Frage 3: Hochschulart

Die Rechtswissenschaft bleibt eine Bastion der Universitäten - entsprechend stellt diese Hochschulform fast 99% der Umfrageteilnehmer.

Frage 4: Alter

Jurastudenten benötigen im Durchschnitt 9 bis 11 Semester bis zur ersten juristischen Staatsprüfung. Nach weiteren zwei bis zweieinhalb Jahren ist das Referendariat absolviert – Zusatztitel nicht inbegriffen. Die Altersstruktur der Teilnehmer korreliert mit dem Ausbildungsstatus laut Frage 1.

Frage 5.1.: Note erste Staatsprüfung – Staatl. Pflichtfach

72 ,4 % der Umfrage-Teilnehmer haben die erste juristische Prüfung noch nicht absolviert und konnten folglich keine Note angeben.

Frage 5.2.: Note erste Staatsprüfung – Schwerpunktbereich

Frage 5.3.: Note erste Staatsprüfung – Gesamtnote

Frage 6: Note zweite Staatsprüfung

Von denjenigen, die die zweite Staatsprüfung bereits absolviert haben, haben rund 40% ein Prädikatsexamen. Wortlaut der Frage: Wie ist Deine Note in der zweiten juristischen Prüfung?

Frage 7: Wo würdest Du nach Deinem Referendariat gerne arbeiten?

Staatsdienst vor Großkanzlei und Konzern – das sind die Favoriten unserer Umfrageteilnehmer. Die Rangliste sieht in bestimmten Gruppen aber ganz anders aus. So ändert sich das Meinungsbild zum Beispiel mit fortlaufender Ausbildungsdauer sehr deutlich.

Frage 8: Wie wichtig sind für Dich folgende Themen bei der Auswahl einer Kanzlei oder eines Unternehmens als Arbeitgeber?

Ein gutes Gehalt will jeder haben – klar. Aber nicht bei jedem hat es oberste Priorität. Softe Faktoren wie der Führungsstil oder Work-Life-Balance sind inzwischen wichtiger. Für Arbeitgeber kommt es darauf an, ein attraktives Gesamtpaket zu schnüren.

Frage 9: In welchem Maße beeinflussen die folgenden Rankings Deine finale Entscheidung für oder gegen eine Kanzlei/ ein Unternehmen? (1 = gar nicht - 5 = wichtigster Entscheidungsgrund)

Überwiegend irrelevant für die Arbeitgeberwahl – so kann man die Meinung über die Rankings von Staufenbiel, azur und Trendence der Umfrageteilnehmer zusammenfassen.

Frage 10: Bitte wähle drei bis maximal fünf Arbeitgeber aus, bei denen Du gerne arbeiten würdest.

Audi, Auswärtiges Amt und BMW sind die Favoriten der jungen Juristen unter den Unternehmen und staatlichen Arbeitgebern in der Gesamtwertung und in den meisten Gruppen.

Frage 11: Bitte wähle drei bis maximal fünf Großkanzleien (mehr als 100 Berufsträger) aus, bei denen Du gerne arbeiten würdest.

Unsere Umfrageteilnehmer kürten EY Law zu ihrem Wunscharbeitgeber unter den Großkanzleien, und sorgten damit für ein überraschendes Ergebnis.

Frage 12: Bitte wähle drei bis maximal fünf mittelgroße Kanzleien aus, bei denen Du gerne arbeiten würdest.

Graf von Westphalen war die von allen Befragten meistgenannte mittelgroße Kanzlei.

Frage 13: Bitte nenne uns für Dich interessante Kanzleien und Boutiquen, die Du in der Auswahl nicht gefunden hast.

Hier eine Übersicht der genannten Kanzleien mit mindestens drei Nennungen. Heimes & Müller, Raue, Frey, Roxin, Alpmann Fröhlich, Brinkmann Weinkauf, Staab & Kollegen, Greenfort, Kirschbaum,Landesbank Hessen-Thüringen, Gercke & Wollschläger, Rapräger, RA Stolze & Jurisic, Mannheimer Swartling, Stiehl GmbH


Frage 14: Praktika werden in verschiedensten Ausprägungen angeboten - welche Tätigkeiten möchtest Du bevorzugt bei einem Praktikum kennenlernen bzw. hast Du kennengelernt?

Weitgehend Einigkeit herrscht unter den Umfrageteilnehmern bei den meistgenannten Tätigkeiten. Sie wollen an Gesprächen mit Mandanten und Gerichtsverhandlungen teilnehmen.

Frage 15: Meine Praktika dürfen/durften zeitlich und inhaltlich über die Grundanforderungen eines Pflichtpraktikums hinausgehen.

Erfreulich: Die Leistungsbereitschaft bei Praktika ist überwiegend hoch.

Frage 16: Meine Praktika nutze/nutzte ich gezielt, um potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen.

Die Gesamtauswertung ergibt ein klares Jein.

Frage 17: Welche Karriereveranstaltungen und Maßnahmen zur Talentförderung sind aus Deiner Sicht sinnvoll?

Dem allgemeinen Trend folgend werden Karrieremessen unwichtiger. Einzelgesprächsevents und kanzleiinterne Veranstaltungen nehmen neben Mentoren-Programmen an Wichtigkeit zu. Jedoch kann die Attraktivität bestimmter Maßnahmen stark von Geschlecht, Ausbildungstand oder Notenniveau abhängen.

Frage 18: Wie wichtig sind Dir berufseinstiegsbegleitende Programme von Kanzleien, die Dich auf die verschiedenen Aspekte des Tagesgeschäfts in den Kanzleien vorbereiten?

Diese Programme sind überwiegend ein gewichtiges Argument bei der Arbeitgeberwahl. Bestimmte besonders attraktive Kandidatengruppen legen sogar extrem hohen Wert auf diese Angebote.

Frage 19: Mit welchen Medien informierst Du Dich in welcher Häufigkeit über Themen zu Studium und Referendariat? fehlt (1 = gar nicht - 5 = wichtigste Informationsquelle)

Wichtigste Medien in der Gesamtauswertung sind Uni-Webseite, LTO und JA. Am unwichtigsten sind Staufenbiel und azur/azur100. Einzelne Fachmedien werden im Laufe der Ausbildung oder mit steigendem Notenniveau wichtiger oder weniger wichtig.

Frage 20: Welche Medien/Kanäle nutzt Du, um Dich über aktuelle Rechtsthemen zu informieren?

Bei dieser Frage Kopf an Kopf in der Gesamtauswertung: Beck und LTO. Überraschend weit oben in der Rangliste liegt die gute alte Tageszeitung.

Frage 21: Welche Social-Media-Kanäle nutzt Du in welcher Regelmäßigkeit? (1 = nie - 5 = sehr regelmäßig)

Facebook, Facebook, Facebook und ein wenig Youtube: Über 90 % aller Umfrageteilnehmer nutzen das größte soziale Netzwerk. Die weiteren Social-Media-Angebote mit Ausnahme von Youtube sind nur für eine Minderheit relevant.

Frage 22: Wie aktiv nutzt Du Social-Media-Kanäle von Kanzleien und Unternehmen? (1 = nie - 5 = regelmäßig)

Das Angebot der Kanzleien in den sozialen Netzen ist noch übersichtlich. Liegt es an der fehlenden Nutzung durch die Young Professionals oder ist die Nutzung so gering weil die Inhalte fehlen? Das Gesamtergebnis der Umfrage zeigt jedenfalls ein ernüchterndes Bild.

Frage 23: Würdest Du Dir mehr Social-Media-Aktivitäten von Kanzleien und Unternehmen wünschen?

In sozialen Netzen haben Arbeitgeber ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Knapp zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Aktivitäten von Kanzleien und Unternehmen.

Frage 24: In welchen Stellenmärkten suchst Du nach Stellenageboten?

Ein Drittel der Teilnehmer beschäftigt sich noch nicht mit Stellenmärkten. Bei den aktiv Suchenden liegt die eigene Kanzlei- oder Unternehmenswebseite ganz oben in der Gunst, gefolgt von Beck und LTO.

Frage 25: In welchen Medien informierst Du Dich über künftige Arbeitgeber?

Ein klarer Sieg für die Karriereseiten der Arbeitgeber – das Mittel der Wahl für alle Kandidaten, die schon wissen, wo sie arbeiten möchten. Online-Magazine und Blogs sowie Facebook folgen auf den Plätzen und bieten denjenigen Young Professionals Orientierung, die noch nicht einen konkreten Arbeitgeber ins Auge gefasst haben.

Frage 26: Wie wichtig ist Dir eine umfassende Information über den Berufseinstieg auf der Kanzlei-Homepage? (1 = unwichtig – 5 = sehr wichtig)

Das Ergebnis von Frage 24 wird hier bestätigt: Angesichts der hohen Relevanz für die Kandidaten, müssen sich Arbeitgeber die Frage stellen, ob ihre Kanzlei- bzw. Unternehmensseiten schon ausreichend Information über den Berufseinstieg bieten.

Frage 27: Klar: Work-Life-Balance mit hohem Gehalt wäre super. In der Realität lässt sich beides oft nicht vereinbaren. Wie würdest Du Dich entscheiden? (1 = hohe Work-Life-Balance – 5 = hohes Gehalt)

Müssen sich die Befragten entscheiden, verzichten sie eher auf Gehalt als auf Freizeit. Insgesamt ist das Bild aber recht ausgeglichen.

Frage 28: Auf zu neuen Ufern oder lieber in der Heimat bleiben? Wie würdest Du Dich entscheiden? (1 = in der Heimatregion bleiben – 5 = international arbeiten)

Die wenigsten Umfrageteilnehmer hängen unbedingt an ihrer Heimatregion. Der Großteil kann sich vorstellen, in einiger Entfernung oder sogar international zu arbeiten.

Frage 29: Würdest Du die Ellenbogen ausfahren und Dich bei den Kollegen unbeliebt machen, um den nächsten Karriereschritt zu machen, oder ist Dir ein gutes Miteinander wichtig? Was ist Dir wichtiger? (1 = Kollegialität – 5 = Karriere)

Kollegialität siegt deutlich. Dies gilt zwar auch für den Norden Deutschlands, doch würden junge Juristen hier eher die Ellbogen ausfahren als im Süden.

Frage 30: Mir ist es wichtig, dass mein Arbeitgeber Wert auf Chancengleichheit und kulturelle Vielfalt legt. (1 = stimme zu – 5 = stimme nicht zu)

Die meisten Young Professionals legen großen oder sehr großen Wert auf Chancengleichheit.

Frage 31: Es ist mir sehr wichtig, dass mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit gibt, mich auch außerhalb juristischer Themen weiterzubilden. (1 = stimme zu – 5 = stimme nicht zu)

Gerade im wirtschaftlichen Umfeld wird ein Blick über den Tellerrand oft zum entscheidenden Kriterium und ist deswegen in der Gesamtbetrachtung wichtig.

Frage 32: Meine erste Arbeitsstelle soll mir vor allem eine gute Ausbildung liefern. Danach orientiere ich mich neu. (1 = stimme zu – 5 = stimme nicht zu)

Bei der Frage nach Wechselbereitschaft und Loyalität zum ersten Arbeitgeber zeigt die Gesamtauswertung ein ausgeglichenes Bild mit einer Tendenz zum Wechsel.

Frage 33: Welches Einstiegsgehalt strebst Du an?

Keine Frage – gut verdienen möchten die meisten Juristen. Die Gehaltsvorstellungen variieren je nach Wunsch-Arbeitgeber deutlich. So haben Kandidaten, die zu adidas gehen würden, deutlich niedrigere Gehaltsvorstellungen als solche, die sich für BMW oder Mercedes interessieren.

Frage 34: In welchen Bundesländern möchtest Du gerne arbeiten / arbeitest Du?

Baden-Württemberg, Hamburg, NRW oder Berlin sind attraktiv – klar.

Frage 35: In welchen Städten über 200.000 Einwohnern möchtest Du gerne arbeiten/arbeitest Du?