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Hundert Jahre - in der südchinesischen Provinz Guizhou ist das kein ungewöhnliches Alter. Auf der Suche nach der Ursache für die Langlebigkeit fanden Forscher keine außergewöhnlichen Faktoren – bis auf den Tee, der hier traditionell getrunken wird, aufgebrüht aus einem unscheinbaren Kraut mit dem Namen Jiaogulan.
Die Pflanze wächst wild in der Region und wird traditionell zur Steigerung der Abwehrkräfte und gegen die unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt. Das Spektrum ist breit gefächert - es gibt kaum ein Leiden, gegen das das "Unsterblichkeitskraut" nicht verwendet werden kann.
Es beugt Herz- und Kreislauferkrankungen vor, es hat eine in Studien nachgewiesene antioxidative Wirkung, es senkt die Blutfettwerte, wirkt leberschützend und normalisiert nebenbei zahlreiche Vorgänge im Organismus.
Das Geheimnis der Pflanze sind ihre zahlreichen Saponine. Sie enthält über 80 dieser therapeutisch wirksamen Substanzen, die auch in der Schulmedizin eingesetzt werden. Ginseng verfügt im Vergleich dazu nur über 28 Saponine.
Jiaogulan ist ein Adaptogen, das heißt, es wirkt dort im Körper, wo es gerade benötigt wird und stellt das Gleichgewicht der Körperfunktionen wieder her. "Jiaogulan ist süß, leicht bitter, neutral und warm. Er erhöht das Yin und unterstützt das Yang. Man kann ihn verwenden, um die Widerstandskraft gegen Infektionen zu erhöhen und um Entzündungen zu heilen", schreiben Michael Blumert und Dr. Jialiu Liu, in dem Buch "Jiaogulan, Chinas Pflanze der Unsterblichkeit".
Die Pflanze ist in ihrer Verwendungsmöglichkeit sehr vielfältig. Als Aufguss oder Tee wird es aus frischen oder getrockneten Blättern zubereitet. Frisch gekaut entwickeln die Blätter eine lakritzähnliches Aroma. Mittlerweile gibt es auch Jiaogulan-Extrakte in Form von Kapseln, Jiaogulan-Tees und Jiaogulan-Tabletten im Handel zu erwerben.
Nach China muss man also nicht mehr fahren, um von den gesundheitsfördernden Eigenschaften zu profitieren. Im Gegenteil: Wer einen grünen Daumen hat, kann die Rankpflanze sogar auf dem eigenen Balkon anbauen.