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Gadgets vom Juwelier

E-Mails aus dem ästhetischen Nirwana

von:
23.04.2010

Vergoldete PlayStation 3Wer in Zeiten der Krise entgegen jeglicher politischer Korrektheit protzen will, macht dies mit Elektronik im absoluten Luxusdesign - 24 Karat Gold und Diamanten inklusive. LTO hat ein paar der feisten, kleinen Glücklichmacher unter die Lupe genommen. Prädikat: Absolut unnötig, schmerzhaft teuer, aber hot.

Für das Kind im Manne und den Ästheten mit Hang zum Futuristischen ist die Playstation 2 Slim in 24 Karat Gold eine echte Netzhaut-Herausforderung. Als wäre das flache, güldene Spielkonsolen-Päckchen nicht schon heftig genug, gesellen sich noch zwei hochpolierte Gold-Controller hinzu. Die sind praktischerweise wie Tante Elses Sofa mit einem Schutzfilm überzogen, damit man die hässlichen Fingerabdrücke nicht sieht. Im Gegensatz zur herkömmlichen PS3 in mattem Schwarz, bleibt das auffällige Gadget abends unter Garantie nicht achtlos vor der Glotze liegen. Nein, es schreit geradezu nach babyfüßchenweichen Mikrofasertüchern zum Aufpolieren und anschließendem Verstauen. Mit 250 Gigabyte, WLAN, Bluetooth und USB 2.0 ist das schmucke Stück ab rund 3.600 Euro im Handel.

Einen Ticken diskreter, wenn auch nicht wesentlich, präsentiert sich der iPod Nano in massiv 18-karätiger Gold-Verschalung. Vor allem für Damen ist die pure, plane Oberfläche des vier oder acht Gigabyte großen Luxusteils von unschlagbarem Vorteil, wenn es darum geht, sich im Anblick des kleinen Goldjungen den Lippenstift nachzuziehen. Mit einem Federgewicht von 100 Gramm schmiegt sich der Nano formschön in jedes Abendtäschchen und verleiht dem Kurzauftritt eine ausreichende Portion Glamour. Mit einer Einstiegspreislage ab 8.000 Euro liegt der Nano im Bereich einer Edeluhr mit brilliantbestücktem Ziffernblatt - nur dass er vielseitiger ist.

Für die protzig-lauten Gangsta-Rapper-Auftritte im Leben empfiehlt sich der mit Brillianten dekorierte, roségoldene iPod Shuffle. Der als "Diamond Shuffle" bekannte Winzling funkelt wie Entertainer Liberace in seinen besten Tagen, kostet rund das 800-fache seines gewöhnlichen Counterparts und ist ein nicht zu leugnendes Statement. Purer Musikgenuss zuzüglich "Was kostet die Welt?!"-Attitüde. Außer dem nötigen Kleingeld von knapp 30.000 Euro braucht man für den Shuffle nichts, außer eventuell einen Bodyguard, der das Gesamtbild noch unterstreichen würde.

Auch der telekommunikative Bereich hält Schätzchen in petto, die den Besitzer von der breiten Masse unterscheiden. Denn nichts ist lästiger, als der Fünfzigste im Restaurant zu sein, der sein handelsübliches Blackberry neben sein handelsübliches iPhone platziert. Für bezahlbare 610 Euro ist das 24-karätig-goldene Blackberry Tour 9630 zu bekommen.

Rockstar- oder gar Oligarchen-Feeling kommt hingegen bei dem auf, der ein Gadget mit dem Wert in der Höhe seines Jahresgehalts auf der damastenen Tischdecke abparken kann. Der australische Juwelier Peter Aloisson bietet die "Ich habe im Lotto gewonnen"-Variante des iPhones 3G-S in 18-karätigem Weiß-, Rosé- oder Gelbgold an, eingefasst von einem Band aus Diamanten mit einem 6,6-Karäter als Home Button. In limitierter Auflage versteht sich. Angesichts des geschätzten Wertes von 1,8 Millionen Euro könnte das aussagekräftige Multifunktionsteil glatt eine Sprechblase über der Tastatur balancieren, in der steht: "Krise? Welche Krise?"

Wer Understatement und ultimative Eleganz in Verbindung mit perfektem Design präferiert, wird der Platin-Variante des iMac mit 24-Zoll-Bildschirm verfallen. Der Superrechner aus poliertem Edelmetall mit passendem Keyboard und Maus ist ein Kunstwerk, ein Grund, seinen Schreibtisch überhaupt nicht mehr zu verlassen und bis zum Ende seines Lebens im ästhetischen Nirwana E-Mails zu beantworten. Zum Niederknien schön und so gar nicht golden. Preis auf Nachfrage.



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